Zutaten
für 4–6 Portionen
- 800 gmehligkochende Kartoffeln
- 4Wiener Würstchen
- 1Zwiebel
- 2Karotten
- 2 StangenStaudensellerie
- 1,2 LFleischbruehe oder Gemuesebruehe
- 100 mlSahne
- 2 ELButter
- 1 TLgetrockneter Majoran
- 1Lorbeerblatt
- Salz, Pfeffer
- 1 BundPetersilie
Fleischbrühe gibt mehr Tiefe, Gemüsebrühe macht die Suppe milder. Die Sahne kannst du durch Schmand ersetzen; dann erst ganz am Ende vom Herd genommen einrühren.
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Warum dieses Rezept funktioniert
Diese Kartoffelsuppe bekommt ihre sämige Bindung ohne Mehl, weil ein Teil der weich gekochten mehligen Kartoffeln püriert wird und seine Stärke an die Brühe abgibt, während der andere Teil als Würfel erhalten bleibt und der Suppe Biss gibt.
Mehligkochende Kartoffeln eignen sich dafür, weil sie beim Kochen an den Rändern zerfallen und schon ungepüriert etwas andicken. Zwiebel, Karotten und Staudensellerie werden in Butter angeschwitzt, damit ihr Aroma ins Fett übergeht, bevor die Brühe dazukommt. Majoran gehört erst nach dem Kochen hinein – getrocknet verliert er bei langem Köcheln seinen Duft.
Über das Ergebnis entscheidet das halbe Pürieren. Ein paar Sekunden mit dem Stabmixer reichen, um die Hälfte zu binden. Mixt du zu lange, wird die ganze Suppe glatt und durch die freigesetzte Stärke leicht kleistrig; mixt du gar nicht, bleibt sie dünn mit Einlage statt einer echten Kartoffelsuppe.
Welche Kartoffel – und warum
Die Suppe soll binden, also braucht sie mehligkochende Kartoffeln. Adretta zerfällt an den Kanten und dickt die Brühe schon beim Kochen an, Ackersegen hat einen kräftigen Geschmack, der neben Würstchen und Majoran besteht, und Karlena lässt sich besonders leicht pürieren. Mit festkochenden Kartoffeln bleibt die Brühe klar und dünn – das ergibt einen Eintopf mit Kartoffelstücken, aber keine sämige Suppe.
Zubereitung
Gemüse schneiden
Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden, die Zwiebel fein würfeln, Karotten und Staudensellerie in Scheiben schneiden. Halte die Kartoffelwürfel möglichst gleich groß, damit sie gleichzeitig weich werden. Das Gemüse darf etwas kleiner sein, weil es später nicht püriert, sondern mitgegessen wird. Die Kartoffeln erst kurz vor dem Kochen schneiden oder bis dahin in kaltes Wasser legen, sonst verfärben sich die Schnittflächen.
Anschwitzen
Butter in einem großen Topf schmelzen und die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig schwitzen. Karotten und Sellerie dazugeben und 3 Minuten mitgaren. Das Gemüse soll leicht glänzen und duften, aber keine braunen Stellen bekommen.
Weich kochen
Kartoffeln und Brühe zugeben, das Lorbeerblatt einlegen und aufkochen. Dann bei niedriger Hitze 25 Minuten köcheln, bis die Kartoffeln weich sind und an den Kanten ausfransen. Erst jetzt den Majoran einrühren und das Lorbeerblatt herausfischen.
Halb pürieren
Den Stabmixer an einer Stelle in die Suppe halten und etwa 30 Sekunden pürieren, ohne ihn durch den ganzen Topf zu führen. So wird ein Teil glatt, der Rest bleibt stückig. Die Konsistenz stimmt, wenn die Brühe sämig einen Löffel überzieht und noch gut sichtbare Kartoffel- und Karottenstücke darin schwimmen.
Würstchen ziehen lassen
Sahne einrühren und die Suppe noch einmal heiß werden lassen. Würstchen in Scheiben schneiden, in die heiße Suppe geben und 3–5 Minuten ziehen lassen, ohne dass die Suppe kocht. Erst jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken, denn Brühe und Würstchen bringen schon Salz mit. Mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren, solange die Suppe dampft.
Die drei häufigsten Fehler
- Die Würstchen sind aufgeplatzt und schmecken fade. Die Suppe hat nach dem Einlegen gekocht. Brühwürstchen sind bereits gegart und brauchen nur Wärme; bei Kochhitze platzt die Haut und das Aroma geht in die Suppe über.
- Die Suppe ist dünn wie Brühe. Zu wenig püriert oder festkochende Kartoffeln verwendet. Püriere noch einmal kurz an einer Stelle oder zerdrücke einige Würfel mit dem Kartoffelstampfer am Topfrand.
- Die Suppe ist kleistrig und einheitlich glatt. Der Stabmixer lief zu lange und durch den ganzen Topf. Verdünne mit heißer Brühe und gib, wenn vorhanden, ein paar extra gekochte Kartoffelwürfel als Einlage dazu.
Varianten
- Mit kräftigerer Wurst: Statt Wiener Würstchen Bauernwurst, Kabanossi oder Chorizo. Geräucherte und luftgetrocknete Würste geben Fett und Paprika ab; vorher kurz in der Pfanne anbraten und weniger salzen.
- Rauchig: Einen Teelöffel geräuchertes Paprikapulver mit der Brühe zugeben. Das passt besonders zur Variante mit Chorizo.
- Mit Lauch: Eine Stange Lauch in Ringen mit Karotten und Sellerie anschwitzen. Die Suppe wird milder und bekommt eine leicht grüne Farbe.
- Ohne Wurst: Gemüsebrühe nehmen und die Würstchen durch geröstete Brotwürfel und Schnittlauch ersetzen. Dann mit etwas mehr Majoran würzen, weil das Rauchige fehlt.
Vorbereiten, aufbewahren, aufwärmen
Die Suppe ohne Würstchen und Sahne lässt sich gut am Vortag kochen; sie wird über Nacht sogar aromatischer, dickt aber ein. Die Würstchen kommen erst beim Aufwärmen dazu, sonst werden sie weich und geben ihr Salz an die Suppe ab. Fertige Suppe hält im Kühlschrank 2–3 Tage. Einfrieren geht gut, weil die Kartoffeln zum Teil schon püriert sind – friere sie am besten ohne Würstchen und ohne Sahne ein, die Würfel werden nach dem Auftauen etwas weicher. Aufwärmen im Topf bei mittlerer Hitze mit einem Schuss Brühe, umrühren und nicht mehr sprudelnd kochen, sobald die Würstchen drin sind.
Dazu passt
Ein Stück Bauernbrot, Laugenbrezel oder ein Roggenbrötchen gehört dazu, dazu passt ein scharfer Senf zu den Würstchen. Wer es feiner mag, kocht die Kartoffelsuppe mit Speck; für die sämige, vollständig pürierte Variante gibt es die Kartoffelcremesuppe. Als Getränk passt ein helles Bier.
