Verschiedene Kartoffelsorten auf einem Jutesack – bereit zur Lagerung

Kartoffeln lagern – So bleiben sie wochenlang frisch

Du hast gute Kartoffeln gekauft oder geerntet – jetzt sollen sie möglichst lange frisch bleiben. Die richtige Lagerung macht den Unterschied zwischen Kartoffeln, die monatelang halten, und solchen, die nach einer Woche keimen oder schrumpeln.

Hier erfährst du, welche Bedingungen ideal sind, welche Fehler du vermeiden solltest und was du bei Keimen und grünen Stellen tun kannst.

Die 4 Grundregeln der Kartoffellagerung

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Kühl

4–8 °C sind ideal. Keller, Speisekammer oder ungeheizter Raum. Nicht im Kühlschrank (zu kalt) und nicht in der warmen Küche (zu warm).

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Dunkel

Licht fördert die Bildung von Solanin (grüne Stellen). Kartoffeln immer dunkel lagern – in Säcken, Kisten oder abgedeckt.

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Luftig

Gute Belüftung verhindert Fäulnis. Jute- oder Papiersäcke, Holzkisten oder Körbe. Niemals in Plastiktüten – dort staut sich Feuchtigkeit.

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Trocken

Luftfeuchtigkeit 85–90 % ist ideal (Keller). In der Wohnung: trockener ist besser als zu feucht. Nasse Kartoffeln faulen schnell.

Haltbarkeitstabelle

Wie lange Kartoffeln halten, hängt von der Sorte, Lagerung und Jahreszeit ab:

Kartoffeltyp Keller (4–8 °C) Speisekammer (12–15 °C) Küche (20 °C+)
Frühkartoffeln 1–2 Wochen 3–5 Tage 2–3 Tage
Mittelfrühe Sorten 4–8 Wochen 2–3 Wochen 1–2 Wochen
Späte Lagerkartoffeln 3–6 Monate 4–8 Wochen 2–3 Wochen
Gekochte Kartoffeln Im Kühlschrank: 3–4 Tage (abgedeckt)
💡 Tipp: Späte Sorten wie Nicola, Agria und Ackersegen sind deutlich lagerfähiger als Frühkartoffeln. Wer Kartoffeln über den Winter lagern will, sollte beim Kauf oder Anbau gezielt spätreifende Sorten wählen. Mehr dazu im Sorten-Guide.

Der beste Lagerort in der Wohnung

Nicht jeder hat einen Keller. Hier sind Alternativen, sortiert von ideal bis notfalls:

  1. Keller (ideal): Kühl, dunkel, belüftet. In Jutesack, Holzkiste oder Kartoffelhorde lagern. Nicht direkt auf dem Boden (Zeitungspapier unterlegen).
  2. Speisekammer / Abstellraum: Wenn unbeheizt, fast so gut wie ein Keller. In einer Kiste oder Papiertüte, abgedeckt mit einem Tuch.
  3. Balkon (Herbst/Winter): Geht, solange die Temperatur über 0 °C bleibt. In einer isolierten Kiste oder unter Decken. Bei Frost sofort reinholen.
  4. Küche (Notlösung): Zu warm, aber für 1–2 Wochen Vorrat okay. Dunkelsten, kühlsten Platz wählen. Nicht neben dem Herd oder der Heizung.
⚠️ Nicht im Kühlschrank! Bei unter 4 °C wandelt sich die Stärke in Zucker um. Die Kartoffeln schmecken dann süßlich und verfärben sich beim Braten dunkel. Ausnahme: Bereits geschälte oder geschnittene rohe Kartoffeln können 1–2 Tage im Wasser im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Keimende Kartoffeln – noch essbar?

Keime an Kartoffeln sind kein Grund zur Panik. Die entscheidende Frage ist: Wie weit ist der Keimprozess fortgeschritten?

Zustand Essbar? Was tun?
Kurze Keime (unter 1 cm), Kartoffel fest Ja Keime großzügig herausschneiden, normal verwenden
Längere Keime (1–3 cm), Kartoffel noch fest Bedingt Keime und Keimansätze großzügig entfernen, bei festem Fleisch okay
Lange Keime, Kartoffel weich/schrumpelig Nein Entsorgen – zu viel Solanin, Nährstoffe verbraucht
Komplett grün verfärbt Nein Entsorgen – Solaningehalt zu hoch

Grüne Stellen – Solanin verstehen

Grüne Stellen an Kartoffeln entstehen durch Lichteinwirkung. Dabei bildet sich Chlorophyll (grüne Farbe) und gleichzeitig Solanin – ein natürlicher Giftstoff, der die Kartoffel vor Fraßfeinden schützt.

💡 Sachlich betrachtet: Solanin ist in geringen Mengen in jeder Kartoffel enthalten (ca. 3–7 mg/100 g). Eine Vergiftung tritt erst ab ca. 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht auf – bei einer 70-kg-Person wären das 1,75 g Solanin. Man müsste dafür mehrere Kilogramm stark grüner Kartoffeln essen. Trotzdem: Grüne Stellen wegschneiden ist einfach und sinnvoll.

Die 5 häufigsten Lagerfehler

  1. Plastiktüte: Feuchtigkeit staut sich, Kartoffeln faulen oder schimmeln. Immer in atmungsaktiven Behältern lagern (Jutesack, Papier, Holzkiste).
  2. Neben Äpfeln oder Zwiebeln: Äpfel strömen Ethylen aus – das lässt Kartoffeln schneller keimen. Zwiebeln übertragen Feuchtigkeit. Getrennt lagern.
  3. Waschen vor dem Lagern: Nasse Kartoffeln faulen schnell. Erst direkt vor dem Kochen waschen. Grobe Erde von Hand abklopfen reicht.
  4. Im Kühlschrank: Zu kalt. Stärke wird zu Zucker, Geschmack verändert sich. Nur für bereits zubereitete Kartoffeln.
  5. Am Fenster / im Licht: Bildet grüne Stellen (Solanin). Immer dunkel lagern.

Welche Sorten lagern sich am besten?

Generell gilt: Späte Sorten lagern besser als frühe. Mehlige Sorten oft besser als festkochende. Hier eine Auswahl besonders lagerfähiger Sorten:

Sorte Kochtyp Lagerdauer (Keller)
Nicola Festkochend Bis 6 Monate
Belana Festkochend 4–5 Monate
Agria Vorw. festkochend 5–6 Monate
Adretta Mehlig Bis 6 Monate
Ackersegen Mehlig Bis 8 Monate

Häufige Fragen

4–8 °C sind ideal. Im Keller ist das oft von Natur aus gegeben. In der Wohnung ist eine kühle Speisekammer oder ein ungeheizter Raum die beste Alternative. Nicht im Kühlschrank – dort wandelt sich die Stärke in Zucker um und die Kartoffeln schmecken süßlich.
Für rohe Kartoffeln: Nein. Die Kälte (unter 4 °C) wandelt Stärke in Zucker um. Die Kartoffeln schmecken süßlich und verfärben sich beim Braten dunkel. Für gekochte Kartoffeln ist der Kühlschrank aber richtig: abgedeckt halten sie sich dort 3–4 Tage.
Rohe Kartoffeln: Nein – sie werden beim Auftauen matschig und glasig. Gekochte Kartoffeln lassen sich aber einfrieren: Kartoffelpüree, Gratin, Kartoffelsuppe oder blanchierte Pommes-Rohlinge funktionieren gut. Am besten portionsweise einfrieren und innerhalb von 2–3 Monaten verbrauchen.
Äpfel geben das Reifegas Ethylen ab. Dieses Gas beschleunigt den Keimprozess bei Kartoffeln deutlich. Umgekehrt können Kartoffeln den Geschmack von Äpfeln beeinflussen. Beide mindestens 1–2 Meter voneinander entfernt lagern – oder in verschiedenen Räumen.
Eine gute Kartoffel ist fest, hat eine glatte Schale ohne große grüne Flecken und keine langen Keime. Wegwerfen solltest du Kartoffeln, die: weich/schrumpelig sind, stark grün verfärbt sind, unangenehm (faulig/muffig) riechen, schimmeln oder lange, dicke Keime haben und dabei weich geworden sind.

Vorrat auffüllen?

Besonders lagerfähige Sorten findest du online – handverlesen und in Qualität, die im Supermarkt selten ist.

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