Zutaten
für 4 Portionen
- 700 gfestkochende Kartoffeln
- 1 Bund (ca. 200 g)Radieschen
- 3 ELSchnittlauch (fein geschnitten)
- 2 ELDill (gehackt)
- —Joghurt-Dressing:
- 150 gJoghurt (Vollmilch)
- 2 ELSauerrahm
- 1 TLDijon-Senf
- 2 ELApfelessig
- 1 TLHonig
- Salz, Pfeffer
Schmand statt Sauerrahm macht das Dressing cremiger und etwas fester. Den Honig kannst du durch eine Prise Zucker ersetzen; er soll nur die Säure von Essig und Joghurt abrunden.
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Warum dieses Rezept funktioniert
Dieser Kartoffelsalat schmeckt durchgezogen, weil die Kartoffeln noch lauwarm mit dem Dressing vermengt werden: Warm nehmen sie Essig, Salz und Senf bis in die Mitte auf, kalt bleibt die Würze nur an der Oberfläche haften. Das Joghurt-Dressing ist dünner und säuerlicher als Mayonnaise – genau deshalb muss es in die Kartoffel einziehen können, statt sie bloß zu umhüllen.
Die Radieschen sind der zweite Punkt. Sie bestehen größtenteils aus Wasser, und Salz zieht es aus den Scheiben heraus. Liegen sie zu lange im gesalzenen Dressing, werden sie weich und verdünnen den Salat. Festkochende Kartoffeln halten beim Vermengen die Form, die Kräuter geben Frische. Der Schritt, der über den Salat entscheidet, ist das Anmachen der lauwarmen Kartoffeln – kommen sie heiß ins Dressing, wird der Joghurt dünn, kommen sie kalt hinein, bleibt der Salat fade.
Welche Kartoffel – und warum
Für einen Kartoffelsalat brauchst du festkochende Kartoffeln. Sie lassen sich in saubere Scheiben schneiden und zerbrechen beim Unterheben nicht.
- Annabelle – kleine Knollen mit dünner Schale, schnell gar und angenehm fest.
- Sieglinde – kräftig-erdige Traditionssorte, seit Jahrzehnten eine Salatkartoffel.
- Charlotte – nimmt Dressing gut auf und behält dabei glatte Schnittkanten.
Mehligkochende Kartoffeln saugen das Joghurt-Dressing auf, zerfallen an den Kanten und machen den Salat breiig.
Zubereitung
Kartoffeln kochen und lauwarm schneiden
Koche die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser etwa 20 Minuten, bis ein Messer leicht hineingleitet, die Knolle aber nicht aufplatzt. Gieße sie ab und lass sie offen ausdampfen, bis keine Feuchtigkeit mehr aufsteigt. Schäle sie, solange sie noch warm sind, und schneide sie in Scheiben oder Viertel.
Joghurt-Dressing anrühren
Verrühre Joghurt, Sauerrahm, Senf, Essig und Honig glatt und würze kräftig mit Salz und Pfeffer. Das Dressing darf pur fast zu sauer und zu salzig schmecken, weil die Kartoffeln einen großen Teil der Würze aufnehmen. Es hat die richtige Konsistenz, wenn es dickflüssig vom Löffel läuft.
Radieschen schneiden
Wasche die Radieschen und entferne Blätter und Wurzelspitzen. Schneide sie in dünne Scheiben oder Viertel. Dünne Scheiben verteilen die Schärfe gleichmäßig, Viertel geben mehr Biss. Frische Radieschen sind prall und knacken beim Schneiden hörbar; weiche, gummiartige Knollen geben dem Salat keinen Biss mehr. Das Grün kannst du fein gehackt zu den Kräutern geben, wenn es zart und unversehrt ist.
Lauwarme Kartoffeln vermengen
Gib das Dressing über die lauwarmen Kartoffeln und hebe es mit einem breiten Löffel vorsichtig unter, damit die Scheiben ganz bleiben. Füge die Radieschen hinzu und streue Schnittlauch und Dill darüber. Die Kartoffeln sollten sich nur noch handwarm anfühlen – sind sie zu heiß, wird der Joghurt dünn.
Ziehen lassen und abschmecken
Lass den Salat mindestens 15 Minuten bei Zimmertemperatur ziehen; diese Zeit kommt zu den 30 Minuten Zubereitung hinzu. Probiere ihn danach erneut, denn die Kartoffeln haben inzwischen Säure und Salz geschluckt. Meist fehlt noch etwas Salz oder ein Spritzer Essig.
Die drei häufigsten Fehler
- Der Salat schwimmt in wässrigem Dressing. Die Radieschen lagen zu lange im gesalzenen Dressing und haben Wasser abgegeben, oder die Kartoffeln wurden nicht ausgedampft. Lass die Kartoffeln offen abdampfen und hebe die Radieschen erst kurz vor dem Servieren unter, wenn der Salat länger stehen soll.
- Die Kartoffeln schmecken innen fade. Sie waren beim Anmachen schon kalt, das Dressing ist nicht eingezogen. Vermenge die Kartoffeln lauwarm, und wenn sie doch schon abgekühlt sind, beträufle sie zuerst mit etwas Essig und Salz und gib das Joghurt-Dressing erst danach dazu.
- Die Kartoffelscheiben zerbrechen zu Brei. Die Kartoffeln waren zu lange gekocht, mehlig oder wurden kräftig gerührt. Prüfe schon vor Ende der Kochzeit mit dem Messer, nimm eine festkochende Sorte und hebe das Dressing nur unter, statt zu rühren.
Varianten
- Mit Gurke: Eine halbe Salatgurke in dünnen Scheiben mit den Radieschen untermischen. Die Gurke gibt ebenfalls Wasser ab, deshalb erst kurz vor dem Servieren zugeben.
- Mit Ei: Zwei hart gekochte, gewürfelte Eier machen den Salat sättigender, ohne das Dressing schwer zu machen.
- Ohne Milchprodukte: Statt Joghurt und Sauerrahm ein Dressing aus Gemüsebrühe, Apfelessig, Senf und Rapsöl verwenden. Es wird wie das Joghurt-Dressing über die lauwarmen Kartoffeln gegeben.
- Mit Kresse: Ein Kästchen Gartenkresse zum Schluss darüberstreuen. Sie verstärkt die pfeffrige Note der Radieschen.
Vorbereiten, aufbewahren, aufwärmen
Kartoffeln und Dressing kannst du einige Stunden vorher zubereiten und vermengen, die Radieschen schneidest du erst kurz vor dem Servieren dazu. Wegen Joghurt und Sauerrahm hält der Salat im Kühlschrank 1 Tag, höchstens 2, gut abgedeckt. Einfrieren geht nicht: Die Kartoffeln werden schwammig und körnig, Joghurt und Radieschen geben Wasser ab. Aufwärmen ist bei diesem Salat nicht gefragt – nimm ihn aber etwa 20 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank, denn kalt schmeckt er stumpf. Vor dem Servieren noch einmal mit Salz und Essig abschmecken, weil die Kartoffeln über Nacht Würze aufnehmen.
Dazu passt
Der Salat ist eine leichte Grillbeilage zu Bratwurst, Hähnchenschenkeln oder gegrilltem Lachs. Zu Fischstäbchen oder einem Schnitzel passt er genauso. Weil das Dressing ohne Mayonnaise auskommt, verträgt er sich auch mit reichhaltigem Grillgut, ohne schwer zu wirken. Auf einem Buffet ergänzt er sich gut mit einem kräftigeren Salat wie dem mediterranen Kartoffelsalat.